Diabetes kann den Körper über viele Jahre unbemerkt schädigen. Besonders gefährdet sind die Augen: Die diabetische Retinopathie gehört zu den häufigsten Ursachen schwerer Sehbehinderungen im Erwachsenenalter.
Das Tückische daran ist, dass die Erkrankung jahrelang völlig schmerzfrei und ohne spürbare Sehverschlechterung verlaufen kann. Wer wartet, bis die Sehkraft nachlässt, riskiert, dass bereits fortgeschrittene und teilweise irreversible Schäden entstanden sind. Regelmässige Untersuchungen der Netzhaut sind deshalb entscheidend, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu behandeln.
Auf einen Blick: Warum ist die Augenvorsorge bei Diabetes so wichtig?
Die wichtigsten Fakten zusammengefasst:
Schleichender Verlauf: Die diabetische Retinopathie kann die Netzhautgefässe lange Zeit schädigen, ohne dass Betroffene Symptome bemerken.
Gefahr bleibender Schäden: Fortgeschrittene Netzhautschäden können zu einer dauerhaften Einschränkung des Sehvermögens führen.
Früherkennung schützt das Sehvermögen: Durch moderne Diagnostik lassen sich Gefässveränderungen häufig erkennen, bevor Sehverluste auftreten.
Regelmässige Kontrollen: Die empfohlenen Kontrollintervalle richten sich nach Diabetes-Typ und Netzhautbefund. Bei bestehenden Veränderungen sind häufigere Kontrollen notwendig.
Warum gefährdet Diabetes das Sehvermögen?
Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann im Laufe der Zeit die kleinsten Blutgefässe im gesamten Körper schädigen. Medizinisch spricht man von einer Mikroangiopathie.
Die Netzhaut (Retina) ist ein hoch spezialisiertes Nervengewebe und auf eine gute Durchblutung angewiesen. Durch Diabetes können die Wände der kleinen Blutgefässe geschädigt und undicht werden. Dadurch können Flüssigkeit, Proteine und Fettbestandteile in das umliegende Netzhautgewebe austreten. Gleichzeitig können sich kleine Gefässe verschliessen, wodurch Teile der Netzhaut nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden.
Was ist eine diabetische Retinopathie und wie verläuft sie?
Die diabetische Retinopathie wird in zwei Hauptstadien unterteilt. Der Übergang ist fliessend und wird von den Betroffenen häufig nicht wahrgenommen.
- Nicht-proliferative diabetische Retinopathie
In diesem Stadium entstehen zunächst kleine Aussackungen der Gefässe, sogenannte Mikroaneurysmen. Zusätzlich können kleine Blutungen und weitere Gefässveränderungen auftreten. Solange das Sehzentrum – die Makula, also der Bereich des schärfsten Sehens – nicht betroffen ist, bemerken die Betroffenen häufig nichts. Die Sehschärfe kann trotz vorhandener Netzhautveränderungen noch vollständig erhalten sein.
- Proliferative diabetische Retinopathie
Bei fortgeschrittener Erkrankung können grössere Bereiche der Netzhaut nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Als Reaktion darauf bildet der Körper neue, krankhafte Blutgefässe. Diese Gefässe sind instabil und können leicht bluten.
- Es kann zu grösseren Einblutungen in den Glaskörper kommen.
- Durch die Bildung von Narbengewebe können Zugkräfte auf die Netzhaut entstehen.
- Im schlimmsten Fall kann sich dadurch die Netzhaut ablösen.
Unbehandelt können diese Veränderungen zu einer schweren und teilweise dauerhaften Einschränkung des Sehvermögens führen.
Das diabetische Makulaödem
Ein diabetisches Makulaödem kann sowohl bei einer nicht-proliferativen als auch bei einer proliferativen diabetischen Retinopathie auftreten. Dabei sammelt sich Flüssigkeit im Bereich der Makula, also im Zentrum des schärfsten Sehens. Dies kann zu verschwommenem oder verzerrtem Sehen und einer Abnahme der Sehschärfe führen. Mit einer OCT-Untersuchung lassen sich solche Flüssigkeitseinlagerungen sehr genau erkennen und im Verlauf kontrollieren.
Warum bemerkt man die Schäden an der Netzhaut oft erst spät?
Eine diabetische Retinopathie kann lange bestehen, ohne dass die Sehschärfe beeinträchtigt ist. Insbesondere Veränderungen ausserhalb des Sehzentrums verursachen häufig zunächst keinerlei Beschwerden. Hinzu kommt, dass das Gehirn Unterschiede zwischen beiden Augen teilweise ausgleichen kann. Verschlechtert sich das Sehvermögen eines Auges langsam, kann dies im Alltag deshalb zunächst unbemerkt bleiben.
Wichtiger Hinweis: Das Fehlen von Schmerzen oder einer Sehverschlechterung bedeutet nicht, dass die Netzhaut gesund ist. Symptome wie plötzlich auftretende zahlreiche schwarze Punkte oder dunkle Schlieren, verschwommenes Sehen oder verzerrte Linien sollten zeitnah augenärztlich abgeklärt werden.
Wie läuft eine Augenkontrolle bei Diabetes beim Augenarzt in Zürich ab?
Die Untersuchung in unserer spezialisierten Augenarztpraxis in Zürich ist unkompliziert und in der Regel schmerzfrei. Sie umfasst im Wesentlichen folgende Schritte:
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Untersuchungsschritt |
Was wird gemacht? |
Nutzen für den Patienten |
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Sehschärfenprüfung / Refraktion |
Überprüfung der aktuellen Sehschärfe und bei Bedarf der Brillenkorrektur. |
Erfassung von Sehschwankungen und Refraktionsänderungen. |
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Spaltlampenuntersuchung |
Mikroskopische Betrachtung des vorderen Augenabschnitts und der Linse. |
Erkennung von Begleiterkrankungen wie dem Grauen Star. |
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Augenhintergrundspiegelung (Ophthalmoskopie) |
Untersuchung der Netzhaut bei in der Regel erweiterten Pupillen. |
Sichtbarmachung von Gefässveränderungen und Blutungen. |
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Optional: OCT (Optische Kohärenztomographie) |
Hochauflösende Querschnittsdarstellung der Netzhautschichten. |
Erkennung und Verlaufskontrolle von Flüssigkeitseinlagerungen (Makulaödem). |
Hinweis für Ihren Alltag: Für eine gründliche Untersuchung des Augenhintergrunds werden die Pupillen meist mit Augentropfen erweitert. Danach können die Blendempfindlichkeit erhöht und das Sehvermögen vorübergehend beeinträchtigt sein. Solange das Sehen eingeschränkt ist, sollten Sie kein Fahrzeug führen. Planen Sie Ihren Besuch daher entsprechend.
Wie oft sollten Menschen mit Diabetes zur Netzhautuntersuchung gehen?
Die empfohlenen Kontrollintervalle richten sich nach Diabetes-Typ, Krankheitsdauer und dem individuellen Netzhautbefund:
Typ-1-Diabetes: Die erste augenärztliche Untersuchung erfolgt in der Regel einige Jahre nach Diagnosestellung. Anschliessend werden regelmässige Kontrollen empfohlen.
Typ-2-Diabetes: Da ein Typ-2-Diabetes häufig bereits längere Zeit besteht, bevor er entdeckt wird, sollte die erste Augenkontrolle zeitnah nach der Diagnosestellung erfolgen.
Bei bestehender Retinopathie: Je nach Schweregrad sind häufigere Kontrollen notwendig. Das Kontrollintervall wird individuell festgelegt.
Bei Schwangerschaft: Frauen mit bereits bestehendem Typ-1- oder Typ-2-Diabetes sollten vor beziehungsweise früh in der Schwangerschaft augenärztlich untersucht und abhängig vom Befund engmaschiger kontrolliert werden.
Wie können Sie Ihre Augen zusätzlich schützen?
Neben regelmässigen Kontrollen beim Augenarzt können Sie selbst viel zum Erhalt Ihres Sehvermögens beitragen. Eine möglichst gute Einstellung des HbA1c-Wertes ist dabei von zentraler Bedeutung. Ebenso wichtig ist eine gute Blutdruckeinstellung, da Bluthochdruck die empfindlichen Netzhautgefässe zusätzlich belasten kann. Auch erhöhte Blutfettwerte sollten kontrolliert und behandelt werden. Ein gesunder Lebensstil, regelmässige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf das Rauchen unterstützen zusätzlich die Gefässgesundheit.
Fazit: Warten Sie nicht auf Symptome – schützen Sie Ihr Sehvermögen
Die diabetische Retinopathie kann lange unbemerkt fortschreiten. Durch eine gute Einstellung des Diabetes und regelmässige augenärztliche Kontrollen lässt sich das Risiko schwerer Verläufe und bleibender Sehverluste deutlich reduzieren.
Moderne Untersuchungsverfahren ermöglichen es, Veränderungen der Netzhaut frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf rechtzeitig zu behandeln – häufig lange bevor Sie selbst eine Einschränkung Ihres Sehvermögens bemerken.
Leben Sie mit Diabetes? Dann warten Sie nicht darauf, dass sich Ihr Sehvermögen verschlechtert. Vereinbaren Sie einen Termin für eine umfassende Augenkontrolle in unserer Augenarztpraxis in Zürich.