Gegenüber den gewöhnlichen Kopfschmerzen, die sich über den gesamten Schädel ausbreiten, tritt die Migräne einseitig auf und ist mit typischen Symptomen verbunden. Die Attacken äussern sich oft durch einen pulsierenden, pochenden Schmerz im Bereich der Stirn und Schläfen, können aber auch auf die Augen übergehen. Die Dauer der Migräneattacke ist unterschiedlich und reicht von 4 bis 72 Stunden. Neben Schmerz, Übelkeit und Erbrechen spüren Betroffene oft auch eine Lichtintoleranz und andere Symptome, die direkt mit den Augen zu tun haben. Wenn bei Ihnen Sehstörungen auftreten, empfiehlt sich die augenärztliche Untersuchung.
Welche Symptome sind bei einer Migräne typisch?
Eine Migräne kann Ihren Alltag erheblich einschränken. Während sie bei einigen Menschen nur gelegentlich auftritt, sind andere jeden Monat mit den Schmerzen konfrontiert. Diese Form der Kopfschmerzen ist weitverbreitet und entsteht vermutlich durch eine Gefässerweiterung in den Hirnhäuten, aber auch durch entzündliche und genetische Ursachen. Wenn Sie sich häufig nervös und angespannt fühlen oder hektische Tage durchleben, sind Sie anfälliger für eine Migräne. Sie zeigt sich mit mässigen bis starke Kopfschmerzen auf einer Seite, die als pulsierend, hämmernd oder pochend empfunden werden und weitere Symptome auslösen. Oftmals verstärkt sich der Schmerz zusätzlich durch Bewegung. Genauso kann es aber auch sein, dass die Migräne bei Ihnen erst einsetzt, wenn der Stress nachlässt, etwa vor einem Wochenende oder Urlaub.
Wer ist von Migräneattacken am meisten betroffen?
Frauen sind etwas anfälliger für diese Beschwerden als Männer. Bei Kindern tritt die Migräne etwa gleich häufig bei Mädchen und Jungen auf. Oftmals haben junge Frauen eine Migräne in Verbindung mit der ersten Monatsblutung, während eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre das Auftreten minimieren. Ein chronischer Verlauf ist hierbei nicht die Regel und erst dann der Fall, wenn die Beschwerden häufiger und regelmässig auftreten. Nehmen die Migräneattacken zu und gehen sie nahezu ohne Pause ineinander über, kann es sich bei Ihnen um eine chronische Migräne handeln. Gleiches gilt, wenn Sie im Monat mehr Tage haben, an denen Sie an Kopfschmerzen leiden, als schmerzfreie Tage.
Wie kündigt sich ein Migräneanfall an?
Menschen, die häufiger an Migräne leiden, erkennen die ersten Anzeichen schon frühzeitig, bevor die Kopfschmerzen den Alltag beeinträchtigen. Dabei durchläuft die Migräne mehrere Phasen, mit jeweils verschiedenen Symptomen. Vorboten sind unter anderem Stimmungsschwankungen, Heisshunger oder Appetitlosigkeit, extremer Durst, Verdauungsprobleme und häufiges Gähnen. Wenn Sie merken, dass Sie sich auf einmal über triviale Kleinigkeiten ärgern oder überhaupt empfindlicher reagieren, kann das ein erster Hinweis auf die kommende Migräne sein.
Auch die Lust auf Süsses und Schokolade ist ein typisches Zeichen. Die Schokolade löst dabei nicht die Kopfschmerzen aus, sondern der Appetit darauf ist ein Ankündigungssymptom. Auch Ihre Konzentration sinkt zunehmend. Sie fühlen sich müde und ausgelaugt, spüren Verspannungen in Nacken und Schultern oder erleben das Gegenteil, indem Sie sich auf einmal euphorisch und überdreht fühlen. Hier lohnt es sich, bei solchen Anzeichen schnell zu reagieren und den Stresspegel zu senken. Nach dieser Phase entstehen sogenannte Aura-Symptome, die Sie wie aus dem Nichts treffen. Sie reichen von einem kribbelnden Gefühl über Sehstörungen bis hin zu einer Unfähigkeit, Ihre Gedanken in Worte zu fassen.
Was bedeutet eine Aura-Symptomatik bei Migräne?
Etwa bei der Hälfte aller Betroffenen tritt neben dem Kopfschmerz eine typische Aura-Symptomatik auf. Diese zeigt sich durch neurologische Symptome, die durch die pathologische Erregung der Hirnrinde entstehen und sich vor allem auf die Augen auswirken. Betroffene spüren ein Flimmern, sehen Lichtblitze oder farbige Kreise, die sich um Lichtquellen bilden. Auch Zickzacklinien und wellenartige Störungen sind üblich. Ferner kann es zu Gesichtsfeldausfällen kommen, wobei eine Einschränkung des Sichtfelds von aussen nach innen üblich ist.
Verbunden mit der Migräne sind die Augen besonders lichtempfindlich. In seltenen Fällen tritt auch eine vorübergehende Sehverschlechterung auf, unter anderem durch eine verschwommene Sicht oder sogar durch einen kurzzeitigen Sehverlust auf einem Ihrer Augen. Weitere Aura-Symptome sind Taubheitsgefühle, Schwindel, Gefühls- und Sprachstörungen. In der Regel gehen solche Symptome dem Kopfschmerz voraus und kündigen an, dass eine Migräneattacke bevorsteht. In diesem Stadium lassen sich die Symptome kaum von einem Schlaganfall abgrenzen. Entsprechend wichtig ist die ärztliche Konsultation, um die Ursachen zu klären.
Wann ist von einer Augenmigräne die Rede?
Die starke Augenbeteiligung unterscheidet die Augenmigräne von der Aura-Symptomatik der Migräne. Sie bildet eine Sonderform bei den neurologischen Erkrankungen, die vor allem mit visuellen Störungen verbunden ist, ohne dass dabei auch immer Kopfschmerzen auftreten. Die Augenmigräne kündigt sich nicht an und tritt oft mit beidseitigen Sehstörungen auf. Es kann zu Augenflimmern, Einschränkungen des Gesichtsfelds, zu Doppelbildern und Lichtblitzen kommen. Sehr selten tritt auch eine Lähmung der Augenmuskeln auf.
Obwohl Sie die Symptome zunächst wahrscheinlich als beängstigend empfinden, sind sie in der Regel harmlos und bewirken keine bleibenden Schäden für Ihre Gesundheit. Die Ursache für eine Augenmigräne sind Durchblutungsstörungen an der Sehrinde des Gehirns. Forscher gehen davon aus, dass die unterbrochene Zirkulation verschiedene Botenstoffe ausschüttet, die für solche Beschwerden sorgen. Die unzureichende Blut- und Sauerstoffzufuhr bewirkt Sehstörungen.
Ebenso können die Nerven eine Ursache sein, die mit dem Sehnerv verbunden sind und die Reize nicht korrekt weiterleiten. So können auch Lebensgewohnheiten und Umwelteinflüsse ein Auslöser sein. Dazu gehören Schlafmangel, Stress, Alkoholkonsum oder bestimmte Medikamente, Wetterschwankungen und Lebensmittelunverträglichkeit. Die Symptome der Augenmigräne treten oft plötzlich auf und verschwinden innerhalb weniger Minuten. Auch kann sie mit den typischen Kopfschmerzen, mit Schwindel und Lichtempfindlichkeit einhergehen.
Was ist bei einem Augenmigräne-Anfall zu tun?
Lichtblitze in Zusammenhang mit Augenmigräne verschwinden auch nicht, wenn Sie die Augen schliessen. In der Regel halten die Sehstörungen nicht länger als eine Stunde an und dauern meistens nur wenige Minuten. Kommen Kopfschmerzen hinzu, sind Ruhe und Dunkelheit ein guter Helfer. Kühlen Sie Ihre Augen und Stirn und versuchen Sie, sich zu entspannen.
Wenn die Augenmigräne zum ersten Mal auftritt, sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen, um die Ursache für die Sehstörungen zu klären und andere Erkrankungen auszuschliessen. Der Augenarzt prüft mit einer Spaltlampe den Augenhintergrund und mögliche Ausfälle im Gesichtsfeld. Eine spezielle Therapie gibt es für die Augenmigräne nicht. Zur Prophylaxe eignen sich Entspannungsübungen und eine Einnahme von Magnesium und Vitamin B12. Beobachten Sie, wann Sie besonders empfindlich auf Licht reagieren und vermeiden Sie Stress und Hektik.